Filmnews vom 17. März 2023 - Teil 1

  • «Todesfalle Nordsee»: Keine Neuerfindung des Genres


    Dank seiner Ölquellen ist Norwegen ein reiches Land geworden. Die Ölplattformen sind die Schlösser der Gegenwart. Eines Tages jedoch geschieht ein Unglück, das diesen gesamten Reichtum in Frage stellt.


    Sofia ist Ingenieurin. Ihr Schwerpunkt ist die Robotik. Derzeit arbeitet sie für ein Unternehmen, das Roboter für schwierige Unterwassererkundungen entwickelt. Die Generalprobe für ihren Roboter wartet an dem Tag auf sie und ihren Kollegen Arthur, als ein Hubschrauber des Öl-Multis SAGA auf ihrem Firmengelände landet. Eine Ölplattform ist durch eine Explosion stark beschädigt worden. Möglicherweise gibt es unter der Wasseroberfläche in Luftblasen noch Überlebende. Sofias Roboter besteht die Generalprobe mit Bravour. Der Roboter entdeckt tatsächlich einen Überlebenden unter der Oberfläche. Ein Arbeiter hockt auf einer Treppe, 70 Meter unter der Meeresoberfläche. Er wirkt erschöpft, aber tatsächlich, er hat überlebt. Bevor jedoch eine Rettung angestoßen werden kann, nimmt Sofias Roboter eine seltsame Veränderung unter Wasser wahr. Unmengen an Gas fluten die Station. Bevor der Mann gerettet werden kann, kommt es zu einer gigantischen Explosion. Bald schon steht fest: Dies war keine „gewöhnliche“ Tragödie. Irgendetwas schwelt unter dem Meeresboden rund 220 Kilometer von der norwegischen Küste entfernt in der sogenannten Borrega-Senkung, einem Ort, an dem vor 800 Jahren schon einmal eine tektonische Verschiebung stattgefunden hat. Möglicherweise war das Unglück auf der Plattform nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird, denn: Rund um die Senkung stehen die meisten der norwegischen Ölplattformen. Auf einer von ihnen arbeitet Sofias Lebensgefährte Stian, der just in ein Gerüstbein weit unter die Meeresoberfläche fährt, als ein Ruckeln seine Plattform erfasst.


    Skandinavische Lust am Desaster


    Norwegen scheint eine seltsame Faszination für Katastrophenfilme entwickelt zu haben. 2015 überraschte die kleine, aber inzwischen emsige Filmnation die Freunde krachender DVD-Unterhaltung mit dem Thriller «The Wave – Die Todeswelle». Hier ist es die kleine Ortschaft Geiranger, die in einem Fjörd liegt, deren Felswände plötzlich unschöne Aktivitäten entwickelt. Der Titel spoilert, welcher Art das Unglück ist, das sich schließlich über Geiranger ergießt. Der Film ist nicht perfekt, er braucht etwas Zeit, um in die Gänge zu kommen. Wenn dann aber das Unglück über den Ort einbricht, ist Staunen angesagt. Die Effekte sind grandios, die Stimmung erdrückend. Roar Uthaug, der bereits mit den Slashern «Cold Prey 1 &2» aufhorchen ließ, hat den Film inszeniert und direkt im Anschluss eine Einladung nach Hollywood erhalten, wo er dann das «Tomb Raider»-Reboot inszenierte, um danach, durchaus etwas frustriert, in seine Heimat zurückzukehren, wo der dann mit «Troll» den bislang erfolgreichsten, nicht-amerikanischen Netflix-Spielfilm inszenieren durfte: Einen Film, der trotz seiner Zugehörigkeit zum Fantastik-Genre mit Elementen des Katastrophenfilms spielt.


    Die Fortsetzung von «The Wave», «The Quake – Das große Beben», hat dann, wie es sich für eine Fortsetzung gehört, noch einmal eine Schippe auf das Spektakel draufgesetzt. In «The Quake» ist es nicht mehr nur eine Welle, die sich über ein Tal ergießt: In Oslo mehren sich vielmehr die Anzeichen auf ein bevorstehendes Beben und natürlich will dies niemand wahrhaben. «The Quake» stolpert dramaturgisch ein wenig, es fehlt ihm die erdrückende Stimmung seines Vorgängers, jenes Gefühl der Verzweiflung, wenn die Katastrophe wirklich eintritt. Allerdings gibt es diesem Film einen bemerkenswerten Moment, der vermutlich selbst Hollywood-Effektexperten ein anerkennendes Nicken abverlangt haben dürfte: Es ist ein Moment, in dem ein Hochhaus umknickt. Es stürzt nicht ein, es neigt sich einfach nur um 20, 25 Grad. Und dann sind da die Menschen auf einer oberen Etage, die gegen die Schwerkraft ankämpfen, um nicht aus der zerstörten Fensterfront hinaus in die Tiefe zu stürzen. Dieser Szene ist wahrhaft grandios von Regisseur John Andreas Andersen inszeniert, eben jenem künstlerischen Leiter, der auch auf dem Regiestuhl von «Todesfalle Nordsee» gesessen hat. Womit auch schon sämtliche Probleme und Stärken des ZDF-Montagsthrillers benannt wären. Das Problem: Die Rahmenhandlung ist praktikabel. Die Ingenieurin, deren Freund auf einer Bohrinsel arbeitet und die zufälligen Fähigkeiten mitbringt, mit denen sie ihnen zu Hilfe kommen kann, mit solch einer Hauptfigur kann man nichts falsch machen. Es überrascht nicht, dass ihr kein Roter Hilfsteppich ausgelegt wird und sie einiges an Überzeugungsarbeit leisten muss, um ihm zu Hilfe kommen zu können. Es gibt die Entscheidungsträger, es gibt eine Heldin wider Willen. So funktionieren Katastrophenfilme und brav hakt Regisseur John Andreas Andersen diese Punkte ab, ohne dem Genre jedoch wirklich etwas Neues hinzufügen zu können. «Todesfalle Nordsee» findet in den Szenen, die nicht auf dem Meer spielen, keinen Ansatzpunkt, um mehr als das Erwartbare zu liefern. Es gibt nichts, was man nicht schon in X Vorgängerfilmen gesehen hätte.


    Ganz anders sieht dies aus, wenn es dann kracht und knirscht. Was Regisseur Andersen in diesen Szenen aus dem Budget herausholt, lässt nicht selten staunen. Dies ist schließlich kein Hollywood-Dwight-Johnson-Star-Vehikel vom Schlage «San Andreas». Dennoch erschafft Andersen Bilder, die weit über den Film hinaus Nachhall erzeugen.


    Fazit: «Todesfalle Nordsee» erfindet das Genre nicht neu und wer auf der Suche nach einem innovativen, ungewöhnlichen Genrebeitrag ist, ist bei diesem Film falsch. Wem es jedoch vornehmlich um schlichte Unterhaltung mit Schauwerten geht, um einen Tag entspannt ausklingen zu lassen, ist hier genau richtig.


    Quelle: https://www.quotenmeter.de/n/1…e-neuerfindung-des-genres

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